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Mein Stadtteil: Andrea aus Gerresheim

Mein Stadtteil: Andrea aus Gerresheim

Für die insgesamt 50 Stadtteil-Infos im Freizeit-Katalog und unser Themenspecial Düsseldorfs 10 Bezirke und 50 Stadtteile befragen wir euch nach eurem Stadtteil.

Diesmal hat Andrea Alvermann unsere Fragen beantwortet, die als freiberufliche Übersetzerin für Französisch arbeitet.

"Gerresheim - schon mit 7 Jahren habe ich beschlossen, dass ich einmal hier leben will"

»Mein Name ist Andrea Alvermann, ich bin 1964 in Derendorf geboren und alleinerziehende Mutter einer inzwischen 13jährigen Tochter. Ebenfalls zur Familie gehören zwei Katzen und – seit Anfang 2014 – nun auch noch ein Hund, Filou. Ein zauberhafter Golden Retriever, dank dem wir die Natur rings um Düsseldorf nun von einer ganz neuen Seite entdecken.

Ich wohne seit meinem 10. Lebensjahr mit mehrmaligen Unterbrechungen in Gerresheim. Mit 7 Jahren war ich zum ersten Mal in der Gerresheimer Stadtbücherrei und habe bereits damals beschlossen, dass ich hier einmal wohnen möchte. Der nahegelegene Wald, die schönen alten Häuser am Alten Markt, die kleinen Gässchen rings um die – damals noch existierende – Synagoge, das alles hatte es mir schon als Kind sofort angetan. Mit 19 bin ich dann zwar erst einmal für 10 Jahre nach Frankreich ausgewandert, aber bei meiner Rückkehr hat es mich ganz selbstverständlich wieder hierher gezogen. Nach einem weiteren zehnjährigen Zwischenspiel in Hessen hatte ich das Glück, in das Haus meines Bruders ziehen zu können, womit ich erneut nach Gerresheim zurückgekehrt bin.

Gerresheim liegt zwar am Stadtrand von Düsseldorf, ist aber verkehrstechnisch sehr gut angebunden. Mit der 703 ist man innerhalb von einer halben Stunde in der Innenstadt. Die S-Bahn braucht 5 Minuten bis zum Hauptbahnhof. In Untergerresheim, wo wir wohnen, bieten sich auf der Heyestraße alle erforderlichen Einkaufsmöglichkeiten. Wem das nicht genügt, der findet alles andere, was nötig ist auf der Benderstraße in Obergerresheim.

Untergerresheim ist das ehemalige Arbeiterviertel rings um die frühere Glashütte. Heute ist es vor allem als „Little Italy“ bekannt, da sich hier viele italienische Restaurants und Feinkostläden befinden.

Die Atmosphäre in Untergerresheim ist daher ein wenig südländisch, was mir persönlich sehr gut gefällt. Kaum lassen sich die ersten Sonnenstrahlen blicken, stellen die Cafés und Pizzerien ihre Stühle auf die Straße und das Leben findet draußen statt. Hier kennt jeder jeden, zumindest vom Sehen, und dass die meisten Läden einen blauen Kindernotinsel-Aufkleber haben ist hier kaum verwunderlich.

Gerresheim ist ein überaus kinderfreundlicher Stadtteil. Neben zahlreichen Kindertagesstätten, Kindergärten und Betreuungsangeboten, selbst für die ganz Kleinen gibt es mehrere Malschulen, einen schönen, recht großen Waldspielplatz, einen Wasserspielplatz, eine riesige Spielwiese, wo man auch Fußball spielen kann, einen Sportverein, Tennisplätze und natürlich den Wald! Hier können Kinder nach Herzenslust toben und spielen und im Winter sogar Schlitten fahren.

Daneben ist aber auch der Unterbacher See nicht weit, der ebenfalls viele Freizeitmöglichkeiten bietet und gut mit dem Fahrrad zu erreichen ist.

Für Alleinerziehende mit Kleinkindern findet in Untergerresheim ein Alleinerziehnden-Treff  mit Kinderbetreuung statt. Die evangelische Kirche bietet viele Veranstaltungen und Kindertreffs. Auch die Falken haben ein Jugendhaus in Gerresheim und einen wöchentlichen Spieletreff und ein Jugendzentrum gibt es ebenfalls.

Gerresheim hat mehrere Kindergärten, Grundschulen und zwei Gymnasien. Die nächste Realschule befindet sich in Vennhausen, direkt an der Grenze zu Gerresheim. Daneben gibt es zahlreiche private Nachmittagsbetreuungen und Kleinkinderbetreuungen.

Außerdem gibt es wie gesagt eine Stadtbücherei, in der zudem regelmäßige Lesungen oder Kindernachmittage stattfinden.

Daneben gibt es ein großes Angebot an Früherziehungsmöglichkeiten (Musik, Sprachen, Kunst), das Kinder jeder Altersgruppe anspricht. Für die Eltern bietet die ASG direkt in Gerresheim ebenfalls viele Freizeitmöglichkeiten.

Gerresheim bietet so viele Möglichkeiten zum Spazierengehen, dass eine Aufzählung niemals vollständig wäre. Durch den Wald, am Gerresheimer Waldfriedhof vorbei kann man bis Erkrath und Hubbelrath wandern. Dort oben finden sich dann zahlreiche Restaurants und Biergärten, in denen man einkehren kann. Das Neandertal liegt gleich vor der Haustür und bietet Gelegenheit zu einer schönen, leichten Radtour, die man auch gut mit etwas größeren Kindern machen kann. Außerdem gibt es in der Umgebung zahlreiche Reiterhöfe. Auch nach Hilden oder zum Unterbacher See kann man gut mit dem Fahrrad fahren.

Obergerresheim grenzt zudem gleich an den Grafenberger Wald und den Wildpark an.

Am Alten Markt wird seit Jahrzehnten Boules gespielt. Wer möchte, kann sich hier auch in der Fuchsjagt oder bei Schumachers erfrischen und wirklich sehr gut essen. Die besten Pommes von ganz Düsseldorf gibt es auf der Benderstraße und für Fans der italienischen Küche bietet sich in Untergerresheim das Mama Lisi an, während in Obergerresheim, gegenüber vom Rathaus, Giacomo eine gute Empfehlung ist. Unsere Hauspizzeria (gerade bei den Kindern sehr beliebt, die sich hier regelmäßig nach der Schule ein paar Pizzabrötchen abholen) ist die Pizzeria Malibu. In Vince’s Café, gleich nebenan bekommen Kinder die köstlichste Trinkschokolade, die es in ganz Düsseldorf gibt und auch der Kaffee ist hier wirklich empfehlenswert.

Nach einem schönen Spaziergang durch den Wald gehen wir oft noch ins Eiscafé Tina, das nach meinem Geschmack das leckerste Eis und erstklassige Waffeln anbietet. Hier gibt es übrigens auch laktosefreies Eis und auf die Qualität der Zutaten wird großer Wert gelegt.

Und für diejenigen unter uns, die wie wir einen Hund haben, hat Gerresheim sogar eine offizielle Hundefreilaufwiese in der Nähe des ehemaligen jüdischen Friedhofs, hinter der Dreherstraße.

Die Malschule Siehmal am ehemaligen Bunker bietet Malkurse für Kinder und Erwachsene. Außerdem gibt es natürlich noch immer den altehrwürdigen TUS Gerresheim, der seinen Platz in der Nähe der Dörpfeldstraße hat.

Daneben bieten die evangelische Kirche und die Falken Kindern ein recht gutes Freizeitprogramm. Für Erwachsene hat die ASG ebenfalls am ehemaligen Bunker ein Haus mit einem recht umfangreichen Sportangebot.

Daneben gibt es drei Fitness-Studios, unter anderem das Cosmos Sport an der Torfbruchstraße, wo man auch Bowling, Klettern und andere Sportarten ausüben kann. Hier werden außerdem auch viele Kindergeburtstage gefeiert.

Mein persönlicher Lieblingsort ist mein Garten, denn das ist ein weiteres Highlight dieses Stadtteils, dass es hier noch viele Ein- bis Zweifamlienhäuser gibt, die auf kleine Straßen, Sackgassen und ähnliches hinausgehen.

Mein Lieblingsplatz in Düsseldorf ist aber unzweifelhaft der Alte Markt in Gerresheim mit seinen alten Fachwerkhäusern, den Boule-Spielern und den Brauhausterrassen.

Für etwas längere Ausflüge bietet sich unter anderem das Neandertal an, denn das Museum dort ist wirklich einen Besuch wert. Ringsum kann man zudem wunderbar spazieren gehen. Oder wir fahren nach Wuppertal und machen einen Ausflug mit der Schwebebahn. Von Oberbarmen zum Wuppertaler Zoo ist es eine wunderschöne Strecke. Ein anderes beliebtes Highlight für die Erwachsenen ist natürlich die Altstadt. Doch da wir ja inzwischen gleich zwei Brauhaus-Dependancen in Gerresheim haben, führe ich insbesondere meine französischen Gäste auch sehr gerne einfach nur bis zum Alten Markt. Dass wir hier Boule spielen hebt unser Ansehen immer umgehend in ungeahnte Höhen!  Und die ausgezeichnete Küche der beiden Gaststätten beweist den kulinarisch verwöhnten Franzosen dann gleich, dass auch die deutsche Küche durchaus schmackhaft ist.

Da gerade in Untergerresheim auch viele Italiener leben, ist dieser Stadtteil wirklich sehr kinderlieb. Hier sind Kinder in allen Restaurants und Pizzerien willkommen. Bei Giacomo können sie, während die Eltern noch so langweiligen Tätigkeiten wie essen, reden und trinken nachgehen, direkt vor der Tür und in Sichtweite der besorgten Elternblicke auf der Wiese spielen und auf Bäume klettern.

Der Waldspielplatz an der Quadenhofstraße, Ecke Dreifaltigkeitsstraße ist groß und für Kinder jeder Altersgruppe geeignet. Hier werden ebenfalls viele Kindergeburtstage gefeiert. Ein wenig weiter, Richtung Morper Straße, findet sich dann auch noch ein Fußballplatz für die Größeren.

Geht man den Weg am Spielplatz vorbei in den Wald hinauf kommt man auf eine riesige Wiese, die mit zwei aufgestellten Toren ebenfalls die Möglichkeit zum Fußballspielen bietet. Hier kann man wunderbar picknicken, toben und spielen – ganz ohne irgendwelche Geräte. Und die Hunde treffen hier immer wieder Artgenossen, mit denen sie wunderbar toben können.

An der Dreherstraße gegenüber der Schönaustraße gibt es zudem einen sehr großen Wasserspielplatz, der gerade im Sommer sehr begehrt ist.

Weniger schön ist der kleine Spielplatz an der Hardenbergstraße, der leider meist sehr zugemüllt ist, weil dort nachts die Jugendlichen sitzen (wo sollen sie auch sonst hin?) und meist neben irgendwelchen anderen Überresten kaputte, leere Bierflaschen hinterlassen.

Einziger Minuspunkt in den letzten Monaten ist unsere Give-Box, die leider immer mehr zu einer Mülltonne wird. Das ist schade, denn eigentlich ist die Hilfsbereitschaft und Nachbarschaftspflege in unserem Viertel durchaus gut ausgeprägt. Eine zweite Give-Box gibt es übrigens an der Benderstraße und auf dem Kirchplatz vor der Basilika steht ein sehr schöner Bücherschrank. Auch die Stadtbücherei Gerresheim verschenkt regelmäßig Bücher, die sie aus dem Sortiment genommen hat.

Ein weiterer Wermutstropfen: Die Straßenbahnhaltestellen wurden zwar alle ganz neu ausgebaut, mit elektronischen Anzeigen ausgestattet und alle Schienen neu verlegt, nur an der Hardenbergstraße hat man – warum auch immer - darauf verzichtet, eine der Haltestellen barrierefrei zu machen.

Und die Versprechungen den S-Bahnhof neu zu gestalten gleich nachdem die alte Fußgängerbrücke abgerissen wurde, sind leider bis heute nicht umgesetzt worden.  Von Barrierefreiheit ist hier nichts zu sehen. Dafür wird das ehemalige Bahnhofsgebäude gerade neu gestaltet und verspricht in Zukunft viele interessante Events.«

Vielen Dank für deinen Gerresheim-Bericht, Andrea!

(Beitragsbild-Credit: ewastudio / 123RF Stockfoto)

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