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Jugger, der neue Trend-, Action- und Teamsport

Jugger, der neue Trend-, Action- und Teamsport

Jugger auf dem Foto: Die Mad Monkeys aus Hagen gegen die Schergen von Monasteria, Münster

Jugger, was ist das?

Herkömmliche Mannschaftssportarten kennt seit Ewigkeiten jeder. Ganz neue Ideen für Sport im Team üben daher einen magischen Bann auf viele Menschen aus – so ist es auch bei Jugger. Dieser noch relativ neue Sport ist auf Grundlage der Handlung eines Science-Fiction-Films aus den 80er Jahren entstanden, in dem Rutger Hauer mit seiner Mannschaft durch eine verwüstete postnukleare Endzeit streifte und mit den Bewohnern der letzten menschlichen Siedlungen brutale Kämpfe austrug.

So ist Jugger natürlich nicht. Auch wenn dieser Sport auf neue Beobachter tatsächlich an mittelalterliches Gerangel erinnert, geht es nicht brutal zu und diverse Elemente anderer Sportarten fließen ein. Statt bis aufs Blut wie im Film kämpft man kraftvoll, aber zivilisiert mit Schildern und langen Stäben, den so genannten Pompfen, gegeneinander.

Offizielle Turniere finden in Deutschland bereits seit 1995 statt, erst in den letzten Jahren wird der Sport aber immer bekannter und die Turniere größer.

Der Jugg – ein Hundeschädel

Im Film ist der Spielball, als Jugg bezeichnet, ein Hundeschädel. Moderne Jugger formen ihre Trophäe aus Schaumstoff und/oder Latex nach und sie muss natürlich auch keinem Hundeschädel ähneln, so lange nur Abmessungen und Härtegrade den offiziellen Bedingungen entsprechen.

Ziel im Spiel ist es, den Jugg ins Mal (Tor) des anderen Teams zu bringen. Beim Juggern spielen jeweils fünf Spieler in einer Mannschaft, zusätzlich gibt es noch drei Auswechselspieler. Unter den fünfen in einem Team darf nur der Läufer den Jugg berühren, allerdings nur mit den Händen – es ist nicht erlaubt, ihn vor sich her zu treten oder mit den Füßen zu befördern. Mit Pompfen darf der Jugg ebenfalls gespielt werden.

Jugger – Disziplin statt Gerangel

Wer sich mit Jugger vorher nicht beschäftigt hat und einem Spiel zusieht, hält den neuen Mannschaftssport wahrscheinlich für brachiales Gerangel. Im Film, aus dem die Idee stammt, waren Knochenbrüche und Co tatsächlich an der Tagesordnung – dank aus Schaumstoff gefertigter und gepolsterter Pompfen ist die Verletzungsgefahr beim Juggern allerdings so gering wie bei jedem anderen Mannschaftssport auch.

Jugger – Die Regeln

Jede Jugger-Mannschaft besteht aus acht Spielern. Davon befinden sich jeweils fünf Spieler auf dem Feld, drei dienen zum Auswechseln. Pro Mannschaft ist ein Läufer erlaubt, der auf dem Feld agiert. Er ist der Einzige, der den Jugg (Hundeschädel) mit den Händen berühren, tragen und auf dem Mal (Tor) platzieren darf.

Eine weitere Regel betrifft Spieler, die mit Hilfe einer Kugel an einer Kette kämpfen – es darf jeweils nur einen Morgensternträger geben pro Mannschaft. Die übrigen Spieler sind Pompfer, sie sind mit Kurz- oder Lang-, sowie Mittelpompfen ausgestattet. Die Schläger dienen der Abwehr des Gegners, sie können aber auch genutzt werden, um den Jugg damit zu spielen.

Treffer im Spiel

Andere Spieler können ebenfalls mit Kette und Pompfen getroffen werden, und zwar auf die Trefferzone, die beim Läufer aus Körper samt Händen und Jugg, bei den anderen Spielern nur aus dem Körper besteht. Wird der Läufer getroffen, so muss er sich hinknien, und zwar fünf Trommelschläge lang.

Alle Treffer müssen regelkonform ausgeführt werden. Treffer, die nicht in der Trefferzone liegen, müssen angesagt werden, etwa wenn die Pompfe einen Spieler am Kopf oder an den Händen berührt. Bei einem Treffer mit der Kette aber müssen die getroffenen Spieler acht Trommelschläge lang knien.

Spieldauer beim Juggern

Die Spieldauer eines Jugger-Spiels wird ebenfalls mit Hilfe von Trommelschlägen gemessen (im Film waren es Steine, die auf eine straff gespannte Trommel fielen, heute wird ein stetiger Rhythmus getrommelt stattdessen).

Alle 1,5 Sekunden schlägt die Trommel an,  das Spiel selbst dauert über zwei Halbzeiten á jeweils 100 Steine. Die Pause zwischen den Halbzeiten kann variieren, allerdings sollte sie regelmäßig zehn Minuten nicht überschreiten.

Sollte es zu einer Unterbrechung des Spiels kommen, muss mit dem Zählen der Intervalle so lange aufgehört werden, bis das Juggern wieder aufgenommen werden kann. Unterbrechungen können etwa durch die Verletzung eines Spielers oder die Beschädigung einer Pompfe verursacht werden – oder auch, wenn sich zu viele Spieler auf dem Spielfeld befinden oder der Schiedsrichter eine Unterbrechung anordnet.

Jugger: Der Spielablauf

Der Spielablauf beim Juggern  lässt sich in verschiedene Phasen unterteilen. Zunächst nehmen beide Mannschaften zu Beginn des Spiels, das sich in zwei Halbzeiten á jeweils 100 Trommelschläge unterteilt, an ihren Seitenlinien Aufstellung. Der Hauptschiedsrichter befragt die Mannschaften, ob sie zur Spielaufnahme bereit sind, was diese durch das Armheben des Läufers signalisieren.

Anschließend folgt das Startsignal des  Schiedsrichters „3, 2, 1, Jugger“. Der Schiedsrichter entfernt sich auf dem schnellstmöglichen Weg vom mittig platzierten Jugg, die beiden Mannschaften rennen aufeinander bzw. auf den Jugg zu.

Im Abstand von etwa ein bis zwei Metern bleiben die Spieler der beiden Mannschaften in der Regel stehen und suchen nach Lücken in der Verteidigung der gegnerischen Mannschaft. Sind diese gefunden, erfolgt ein Schlagabtausch, wobei idealerweise die Pompfer der anderen ausgeschaltet oder festgepinnt werden.

Dadurch verliert sich die einst geordnete Aufstellung der gegnerischen Mannschaft und für den Läufer ergeben sich Lücken. Diese muss er nun nutzen, um zunächst den Jugg zu erreichen und ihn dann zum Mal zu bringen: Das bedeutet für ihn sehr schnelle Sprints ohne Pausen.

Ziellauf und Jugger

Anschließend versucht der Läufer das gegnerische Mal zu erreichen und dort den Jugg zu platzieren. Gelingt ihm dies, erreicht er einen Punkt für seine Mannschaft, anschließend gehen beide Mannschaften wieder zurück auf die Grundlinie und das Spiel beginnt von vorn.

Wurde ein Jugger erzielt, so wird das Spiel unterbrochen und der für das Zählen der Trommelschläge Verantwortliche muss diese ebenfalls unterbrechen. Die gegnerische Mannschaft wird mit ihren Pompfern und dem Kettenmann versuchen, den Läufer zu stoppen. Außerdem dürfen die beiden Läufer miteinander ringen, so dass es alles andere als leicht ist, einen Punkt zu erzielen.

Das Ziel des Spiels ist es, den Jugg so oft wie möglich im gegnerischen Mal zu platzieren. Wer die meisten Punkte gesammelt hat, siegt.